Hammer Blog

Erinnerungen in Hamm 01

Blick auf die neugebauten Häuser an der Nordseite des Elisabethgehölzes, 1929.
Blick auf die neugebauten Häuser an der Nordseite des Elisabethgehölzes, 1929.

Liebe Hammerinnen und Hammer, liebe Freundinnen und Freunde des Stadtteils,

Johanna Günther (Jahrgang 1930) wurde durch unsere Publikationen angeregt, ihre eigenen Erinnerungen zu Papier zu bringen:

„In den Jahren vor 1933 sind viele Polizeibeamte umgebracht worden. Eine Gedenktafel in der Petrikirche, rechts neben der Eingangstür, trägt alle Namen. Im Elisabethgehölz versteckten sich oft Leute, die genau wussten, wann die Uniformierten das Haus verließen und ihnen dann auflauerten. Meine Mutter lebte in ständiger Sorge und mehrfach ist mein Vater nur knapp solchen heimtückischen Anschlägen entronnen. Es gab unendlich viele Bettler, die von Tür zu Tür gingen, und als Abschreckung hängte meine Mutter immer ein Uniformstück an die Flurgarderobe, die der Wohnungstür gegenüber stand. Unsere Einkäufe tätigten wir in sehr verschiedenen Geschäften und wanderten durchaus lange Strecken. Da gab es den Wandsbeker Markt mit einem gewaltigen Angebot. Alle Geschäfte in der Sievekingsallee sind so vertraut: Kolonialwaren Carpentier, Bäcker Busch, der Fischladen, Schlachter Müser, ein Gemüseladen, Papierwaren – was für schöne Oblaten gab es da. Aber auch Zahnarzt Dr. Heimerl wohnte dort.“

In den nächsten Wochen werden wir den Bericht in lockerer Folge fortsetzen.

Eine schöne Woche wünscht die Stadtteilinitiative Hamm