Kaum steigen die Temperaturen in Hamm über die 20 Grad Grenze, wird auch die traditionelle Frage nach dem Planschbecken im Hammer Park wieder aktuell. Wenn die Sonne scheint, ist jedes schattige Plätzchen und erst recht unser historisches Planschbecken für viele Hammer und Hammerinnen Gold wert. Die Zeiten, als die beiden Drachen, wie selbstverständlich den ganzen Sommer lang das Planschbecken mit ihrem erfrischenden Wasserstrahl füllten, sind allerdings schon lange vorbei.
Schon seit Jahren erschweren veraltete Technik und aktuelle Sicherheits- und Gesundheitsbestimmungen den weiteren Betrieb. Seit der Coronazeit wurde das Becken dann quasi stillgelegt, bis wir direkt im Bezirksamt nachgefragt haben, wie denn hier der Stand ist. In den letzten Jahren wurde dann zumindest provisorisch versucht, die Oase für Kinder und Familien wenigstens während der Sommerferien in Betrieb zu nehmen. Das funktionierte dann mal besser und mal nicht so gut. In der Zeit konnte das Projekt aber zumindest noch von zusätzlichen Geldern aus dem Bezirksamt profitieren.
Aber wie sieht die Zukunft aus, Planschbecken oder Sandkiste?
Wie ernst die Lage ist, konnte man heute morgen im Planschbecken selbst bei einer politischen Begehung erleben. Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer, Finanzsenator Dr. Andreas Dressel und Dr. Alexander von Vogel (Aufsichtsratsvorsitzender der Bäderland Hamburg GmbH und Staatsrat der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)) trafen sich mit weiteren Vertretern aus den verschiedenen Fachgebieten, um sich vor Ort ein Bild der denkmalgeschützen Wasseranlage zu machen und über deren Zukunft zu beraten.
Die gute Nachricht ist, dass alle Beteiligten sich unbedingt für den Erhalt einsetzten wollen. Wie Ralf Neubauer sagt, gerade in Zeiten, wo die Sommer immer heißer werden, ist so ein erfrischender Ort für Kinder und Familien wichtiger denn je. Allein das Geld ist immer noch oder schon wieder das große Problem und bisher weiß niemand, woher es kommen soll. Denn was in Hamm Gold wert ist, könnte zugleich in Gold aufgewogen werden, bei einem veranschlagten 7-stelligen Betrag zur kompletten Sanierung.
Dazu kommen die bekannten Fragen zur Sicherheit und Gesundheit. Ab einer bestimmten Wassertiefe müsste man für die kompletten Öffnungszeiten ein Aufsicht an den Beckenrand stellen und um die gesundheitsgefährende Verunreinigung des Wassers zu vermeiden müsste es konsequent gechlort werden, aber eben auch nicht zu viel. Es wurden auch schon Gespräche mit dem Bezirksamt Hamburg Nord geführt, welches eine vergleichbare Wasseranlage im Stadtpark betreibt, um auf die bestehenden Erfahrungen zurückzugreifen.
Nicht zuletzt, und auch das war schon in den vergangenen Jahren Thema, die Überlegung, hier eine nähere Zusammenarbeit mit der Bäderland Hamburg GmbH anzustreben, denn nach heutigen gesetzlichen Gesichtspunkten entspricht unser kleines Planschbecken ja fast schon einem Freibad und müsste unter bestimmten Aspekten auch so behandelt werden.
Werden wir diesen Sommer planschen können?
Unterm Strich, kann ich nicht sagen, dass die Herren im Planschbecken mir darauf große Hoffnungen gemacht haben. Fest steht, dass es in diesem Jahr auf keinen Fall wieder die provisorische Lösung mit sprenkelnden Container geben wird, da die dafür verwendeten Gelder in diesem Jahr nicht zu Verfügung stehen.
Ich hoffe einfach mal, dass alle politischen Vertreter unser Planschbecken heute morgen so sehr ins Herz geschlossen haben, dass sie alles mögliche und unmöglich in die Wege leiten werden, um irgendwie die Gelder locker zu machen und die Zukunft der Wasserspeihenden Drachen im Hammer Park zum sichern. Es muss sich doch irgendwie gelohnt haben, dass der Finanzsenator sich hier einmal selbst ein Bild von der Hammer Idylle machen konnte…