Von Redaktion auf Samstag, 04. April 2026
Kategorie: Hamm

Bolzplatz bleibt!

Eine wirklich gute Nachricht für  Hamm: Der beliebte Bolzplatz im Hammer Park bleibt und wird nicht abgerissen!

Nach monatelangen Verhandlungen hinter den Kulissen haben Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer und Vertreterinnen und Vertretern aus SPD, Grünen und FDP am 1. April direkt vor Ort die erfreuliche Entscheidung verkündet: Der Bolzplatz bleibt!

Wir erinnern uns, Ende 2024 wurden die Pläne für die Neugestaltung im Hammer Park vorgestellt. Das Haus der Jugend und die LAB sollen abgerissen werden und auf der Fläche des alten Bauhofs und des HdJ soll ein neues Haus zur gemeinsamen Nutzung gebaut werden. Das Problem war, dass der gesamte Hammer Park unter Denkmalschutz steht und das Denkmalschutzamt im Gegenzug den beliebten Bolzplatz beim Spielplatz abreißen wollte, um eine historische Sichtachse zu den alten Stallungen wiederherzustellen.

Das war hier in Hamm nur schwer nachvollziehbar, da der gemeinsame und soziale Nutzen des Bolzplatzes wesentlich größer schien. Außerdem gibt es den Bolzplatz jetzt auch schon seit über 70 Jahren und erst 2011 wurde er mit Geldern aus dem Bezirksamt renoviert. Über Generationen hinweg wurde der Bolzplatz hier von Kindern, Jugendlichen und Familien bespielt und so war es nicht überraschend, dass man diese Entscheidung so nicht hinnehmen wollte.

Der Protest begann mit einer freundlichen Eingabe an das Bezirksamt, welche allerdings in der Sitzung am 3. September 2024 kompromisslos zurückgewiesen wurde "Die Entwurfsplanung des Gesamtvorhabens ins abgeschlossen.…Eine Umplanung wäre mit Kosten verbunden, die nicht im Projektbudget enthalten sind.…Anhand der dargelegten Umstände hoffe ich auf Ihr Verständnis, dass, um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden, eine Umplanung zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich ist." Auch im Stadtteil wurde man politisch vorsichtig darauf vorbereitet, in Zukunft andere Bolzplätze in der Nähe zu nutzen.

Da überstürzten sich plötzlich die Ereignisse und die Presse wurde auf die kuriose Sichtachse aufmerksam, welche so viel wichtiger, als ein sozialer Treffpunkt für jung und alt im Stadtteil sein sollte. Großer Dank geht hier an Frau Grell vom Wochenblatt, die uns kurzerhand auf dem Bolzplatz besuchte und zwei Berichte dazu im Wochenblatt veröffentlichte. Es folgten Berichte in Bild, Mopo und im Abendblatt. Der Stadtteil hatte hier spontan zusammengefunden und war bereit, alles zu tun, um diesen Bolzplatz als Ort des Sports und der Begegnung zu erhalten.

Kurz darauf konnte es auch den politischen Akteuren nicht mehr schnell genug gehen und noch vor Jahresende wurde der gemeinsame Antrag der Fraktionen zur Erhaltung des Bolzplatzes eingebracht. Das war ein gutes Zeichen und so hofften alle , dass der Antrag mit so großer Unterstützung bald zum Erfolg führen würde. Die Zeit verging und Bald war bald vorbei, etwas über die Verhandlungen zu erfahren schien fast unmöglich und dann in der vergangenen Woche endlich die Entscheidung für den Bolzplatz, war eine wirklich gute Nachricht.

Die gemeinsame Aktion zum Erhalt des Bolzplatzes hat gezeigt, dass Hamm sich in kürzester Zeit vernetzen und wenn es darauf ankommt gemeinsam für eine Sache kämpfen kann, es hat auch gezeigt, dass sich der Einsatz lohnt und dass man zusammen auch politisch viel bewegen, sogar Entscheidungen infrage stellen und Ergebnisse beeinflussen kann. Dafür gilt allen Hammer und Hammerinnen ein großer Dank, die sich so zahlreich beteiligt haben

Ein großer Dank gilt aber auch unseren Politikern und Politikerinnen vor Ort, die sich der Sache dann doch noch angenommen und in der Bezirksversammlung vertreten haben. Sie haben es letztendlich geschafft, das Bezirksamt, die Umweltbehörde und das Denkmalschutzamt umzustimmen und ihre Entscheidung zu überdenken und die Pläne zu ändern. Nicht nur das, sie stellen auch notwendige Sanierungsarbeiten auf dem Bolzplatz in Sicht, wie Olcay Aydik (SPD, Mitglied der Bezirksversammlung) schreibt: "Offen bleibt noch die Frage der Finanzierung notwendiger Sanierungsarbeiten am Platz. Angesichts knapper Kassen ist das keine leichte Aufgabe – doch aufgeben ist keine Option. Die Suche nach weiteren Fördermitteln läuft."

In diesem Sinne ein großes Dankeschön an alle, die sich täglich hier für den Stadtteil einsetzen und immer daran denken, Aufgeben ist keine Option!