Verfolgte Vielfalt: Juden, Demokraten, Behinderte …

Marienthaler-Straße-Nr.63-103-1924 Allein in der Marienthaler Straße wurden 25 Personen vom NS-Regime verfolgt.

Liebe Hammerinnen und Hammer, liebe Freunde des Stadtteils,

es mag in der Freiheit und der Sicherheit unserer Tage, in denen man frei wählen kann, frei glauben, denken und seine Meinung äußern, sich frei bilden, sich bewegen und leben kann, kaum vorstellbar sein, dass dieses genau dort, wo wir leben, einmal anders war oder anders sein könnte. Ein Staat, wo es Einschränkung, Ausgrenzung, ja sogar Verfolgung und Ermordung von höchster Stelle aus geben könnte ob des Glaubens, der politischen Einstellung, des Einkommens, der Herkunft oder der Hautfarbe.

Diese Freiheit ist nicht selbstverständlich, diese ist nach wie vor stets zu bewahren und zu verteidigen. Diese Freiheit ist auch nicht jung oder alt, diese ist zeitlos und auch gebrechlich.

Wir in Deutschland dürfen diese Freiheit und Sicherheit derzeit (er-)leben, wir müssen aber auch die Dankbarkeit dafür spüren und auch der Anfänge des Übels wehren und ja, wir sollten aus unserer eigenen Geschichte gelernt haben, um andere Menschen, andere Völkern zu mahnen, welch katastrophale Ausmaße ein Nichtbeachten von Signalen gegen die Menschlichkeit einnehmen könnte.

Denn wie es von heute auf morgen vorbei sein könnte mit der Freiheit, erlebten die Menschen hier in unserem Land, in unserem Hamburg und auch in unserem Hamm im Jahre 1933 bei der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler und dessen umfassende Umstrukturierung einer wenn auch jungen Demokratie hin zu einer Diktatur. Die Folgen sind epochal und unvergessen, sie bezeichnen das bis dato unbekannte Böse, wozu Menschen fähig sind in ihrem schier grenzenlosen Hass, in diesem Moment des absoluten Fehlens vom Guten.

Um diese Ausmaße vor unserer eigenen Haustür wird es bei unserem nächsten Stadtteilrundgang gehen, wenn wir uns der verfolgten Vielfalt bei uns in Hamm in der Zeit des Dritten Reiches widmen und damit jener Menschen, die schutzlos waren gegenüber der durch das NS-Regime legitimierten wie legalisierten Gewalt.

Dazu folgen wir am Sonntag, dem 5. August ab 16 Uhr den Stolpersteinen und den Lebensorten von NS-Opfern in Eilbek und Hamm. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich (5 € pro Teilnehmer bitte bar und passend) und so werden wir ab S-Bahnhof Landwehr, Ausgang Ostseite / Nähe Hasselbrookstraße, losgehen und vielen intensiven Eindrücken entgegenschauen.

Eine schöne Woche wünscht die Stadtteilinitiative Hamm