Historischer Rundgang durch Eilbeks Süden

Peterskampweg-39

Liebe Hammerinnen und Hammer, liebe Freunde des Stadtteils,

Eilbek Süd hat seine heutige Prägung durch die Lage zwischen Wandsbeker Chaussee und der seit 1865 bestehenden Bahnlinie nach Lübeck. Früher nannte man dieses Gelände den „Hammer Peterskamp", der sich zwischen dem Sumpfgebiet des „Hasselbrooks" und der Windmühle auf der Anhöhe des „Rossbergs" nahe der Landstraße nach Lübeck befand. Windmühle und Anhöhe sind längst verschwundenen. Den Hasselbrook schüttete man für den Bau der Eisenbahnlinie zu. Ob das mit dem Sand des Rossbergs geschah, ist nicht bekannt, scheint aber wahrscheinlich.

Auch im Südteil Eilbeks setzte ab etwa 1881 eine stürmische Verstädterung ein. Viele Menschen aus den ländlichen Gebieten Deutschlands zog es nach Hamburg, denn in der Heimat sahen sie vielfach für ihr Talent keine Zukunft. Besonders viele von ihnen kamen aus Mecklenburg. Das erste beheizbare Gewächshaus, das ein Gärtner als „gewerbebauliche Fertiglösung von der Stange" kaufen konnte, kommt von einem Eilbeker Hersteller. Der Erfinder der Amalgamplombe hat hier gelebt.

Auf unserem Rundgang werden wir den Eilbeker Spuren solcher Menschen und ihrer Nachkommen begegnen: Max Schmeling, Hans Ditzen, Ernst Thälmann oder Karen Danielsen, die in den 1930er-Jahren Herrn Freuds Triebtheorie vom Kopf auf die Füße stellte. Marion Oesterreicher, die den Feuersturm von 1943 überlebte, obwohl man sie als „Halbjüdin" nicht in den Schutzbunker ließ. Die widerständige Ursula Schmidt, die Schauspielerin wurde und die das Life Magazin 1951 zur „schönsten Frau der Welt" erklärte. Und schließlich die tragische Clara Horn, die wenige Tage vor ihrer Eheschließung starb. Sie war zuletzt hoch bezahlte Hamburger Schauspielerin gewesen mit einer Jahresgage von etwa 250.000 EUR, berechnet nach dem heutigen Goldpreis. Durch die Ehe wäre sie zur Gattin eines kleinen Landadligen in der böhmischen Provinz geworden. Clara Horns Grabmal steht heute noch auf dem ehemaligen Jacobikirchfriedhof, dem heutigen Jacobipark.

Der Rundgang startet am Sonntag, 24. September um 16 Uhr am Ostausgang des Landwehrbahnhofs. Er endet am Hasselbrookbahnhof. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 5 € pro Person – bitte bar und passend.

Eine schöne Woche wünscht die Stadtteilinitiative Hamm